Energiesparen: Welcher Herd darf es sein?

Vor- und Nachteile gut abwägen
Claudia Oberascher (Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung) sagte, „Wenn eine Küchenplanung ansteht, stellt sich vor allem bei Neubauten mit Gasanschluss die Frage, ob es ein Gas- oder ein Elektroherd sein soll“. Bei Neubauten oder großen Sanierungen sollte im Vorfeld die Entscheidung über den gewünschten Herd getroffen werden, da die nachträgliche Installation des Gasanschlusses teuer und aufwendig werden kann.
Gasherde haben den Vorteil, dass sie sofort nach dem Anschalten heiß sind und nach dem Ausschalten keine Nachwärme mehr produzieren. Durch die stufenlose Regelung der Hitze lässt sich sehr effizient kochen. Steffen Joest (Deutsche Energie-Agentur) betonte, „Gasherde sind auch in punkto Energiebilanz sehr effizient“. Nachteilig ist die zuweilen schwierige Reinigung der herkömmlichen Gasherde. Doch es gibt Neuerungen auf dem Markt, beispielsweise werden Gas-Ceranfelder angeboten, bei denen der Brenner unter Glasplatte liegt.
Elektroherde sowohl mit Kochplatten als auch mit Ceranfeldern brauchen eine gewisse Zeit, bis die Kochstelle die gewünschte Temperatur angenommen hat und auch beim Reduzieren der Kochtemperatur oder beim Abschalten der Kochstelle bleibt immer Restwärme. Die Kochstellen kühlen erst nach einigen Minuten komplett ab.
Induktionsherde stellen eine sehr gute Alternative zu Elektroherden dar. „Die Vorteile des punktgenauen Kochens auf Gas bieten aber auch Kochstellen mit Induktionstechnik“, erklärte Eckert (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie). Hier wird im Boden des Kochgeschirrs die Wärme über Elektrospulen erzeugt. Wird das geeignete Kochgeschirr auf die Kochstelle aufgesetzt, entstehen elektromagnetische Wechselströme und die Wärme wird sofort übertragen. Da nur der Topf, jedoch nicht die Kochstelle heiß wird, können auch übergekochte Speisen und Flüssigkeiten sowie Fett nicht einbrennen. Induktionsherde gelten als Energiesparer.
Redaktion: Wilhelm Meyer
Nachricht vom 16.09.2010